|
ERCP (endoskopische retrograde Cholezystopankratikographie) Aufgrund von Beschwerden oder Vorbefunden möchte Ihr Hausarzt bei Ihnen die oben genannte Untersuchung durchführen lassen. Hierbei wird nach Schleimhautbetäubung ein dünnes biegsames Instrument durch den Mund, die Speiseröhre und den Magen in den Zwölffingerdarm eingeführt. Hier mündet sowohl der Bauchspeicheldrüsen- als auch der Gallengang. Mit Hilfe eines kleinen Schlauches wird in die Mündung eingegangen, Kontrastmittel in die Gänge gespritzt und diese röntgenologisch dargestellt. Dies ist normal nicht schmerzhaft. Um die natürliche Bewegung des Darmes zu unterbinden, erfolgt kurz vor der Untersuchung eine Spritze in die Vene. Auf Wunsch kann zusätzlich eine Beruhigungsspritze vor der Untersuchung verabreicht werden. Falls dies durchgeführt wird, darf anschließend für 24 Std. kein Auto selbst geführt oder Maschinen mit Selbstgefährdung bedient werden. Die Untersuchung findet im Liegen, zuerst in Linksseitenlage, anschließend in Bauchlage statt und dauert üblicherweise nur wenige Minuten. Völlig gefahrlos ist die Methode nicht; begünstigt durch langjährige Erfahrung des Untersuchers ist das Risiko jedoch unter 1:1000 und besteht typischerweise in Auslösung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung oder in seltenen Fällen einer Infektion der Gallenwege. Dies macht sich durch Bauchschmerzen oder Fieber einige Stunden nach der Untersuchung bemerkbar. Bitte informieren Sie dann den untersuchenden Arzt! Falls ein Stein oder ein anderes Abflusshindernis in den Gallenwegen vorhanden ist, kann in der gleichen Untersuchung ohne sonst erforderliche Operation mit Hilfe einer elektrischen Schlinge die Gallengangsöffnung erweitert werden (Papillotomie) und der Stein mit Hilfe eines Körbchens entfernt werden. Falls dies erforderlich ist, kann es als weitere typische Komplikation zur Darmverletzung oder Blutung kommen, die eine Operation evtl. erforderlich machen. Risiko ca. 1:200 (=0,5 %) Dieses Risiko ist geringer als eine sonst üblicherweise notwendige Operation mit Eröffnung der Bauchhöhle. Nach Durchführung der Untersuchung sollte 4 Std. keine Nahrung oder Flüssigkeit eingenommen werden; anschließend kann bei Beschwerdefreiheit wie üblich getrunken und gegessen werden.
|