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Spiroergometrie PDF Drucken

Was bedeutet Spiroergometrie?

Das Wort Spiroergometrie setzt sich aus „Spirometrie“ (Untersuchung des Atems) und „Ergometrie“ (Messung der Arbeitsleistung) zusammen.
Es handelt sich um eine Diagnostik, bei welcher eine Messung der Atemgase bei gleichzeitiger stufenweiser Steigerung der Muskelleistung durchgeführt wird.

Wie läuft eine solche Untersuchung ab?

Der Patient wird auf einem Ergometer, oder auf einem Laufband einer kontinuierlich gesteigerten Belastung ausgesetzt. In der Regel wird die Belastung alle 1-2 Minuten in einem Bereich zwischen 10-50 Watt gesteigert. Während der Belastung trägt der Patient eine Maske über Mund und Nase, die mittels einer Sonde, welche mit der Raumluft verbunden ist, die Atemgase misst. Als Sicherheitsmaßnahme werden zudem das EKG, die Herzfrequenz (Puls) und der Blutdruck des Patienten ununterbrochen kontrolliert.Die Dauer der Untersuchung beträgt meist nur zwischen 8-10 Minuten, anschließend erfolgt eine 5-10 Minuten dauernde Nachbeobachtung. Die Auswertung der erhaltenen Daten ermöglicht Aussagen über die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge.

Welche körperlichen Vorgänge stecken hinter dieser Diagnostik?

Ein Muskel benötigt zur Verrichtung seiner Arbeit Sauerstoff, dieser erreicht den Muskel über die Lunge und den Blutkreislauf. Das Herz dient hierbei als Pumpe, die aufgrund ihrer Arbeit den Blutfluss im Körper gewährleistet. Im arbeitenden Muskel werden Nährstoffe und Sauerstoff zu Energie umgewandelt. Der Abfallstoff Kohlendioxyd wird im Blut zurück zur Lunge transportiert, wo es über die Lungenbläschen abgeatmet werden kann.
Durch die bei der Untersuchung wirkenden Belastung steigert sich der Sauerstoffbedarf der Muskulatur – es wird mehr Kohlendioxyd abgeatmet.
Kommt es bei weiter steigender Belastung zu einem größeren Sauerstoffbedarf als angeboten werden kann, besteht ein relativer Sauerstoffmangel. Dieser führt dazu, dass zusätzlich ein zweiter, ein so genannter anaerober (nicht-sauerstoffabhängiger) Stoffwechselweg beschritten wird, um die benötigte Energie bereitzustellen.
Das Eintreten in die anaerobe Energieproduktion markiert den Grenzbereich unserer Leistungsfähigkeit.

Warum sollte ich mich einer solchen Untersuchung unterziehen?

Die Spiroergometrie dient der Emittlung der Leistungsfähigkeit oder einer Leistungseinschränkung (z.B. bei Herzschwäche). Es ergibt sich ein relativ detailliertes und gutes Bild über das Zusammenspiel von Lunge, Herz, Kreislauf und Stoffwechsel. Aus diesem Grund ist sie in der Kardiologie (Herz) von großer Bedeutung, findet aber auch in der Pulmologie (Lunge) und Sportmedizin Verwendung.
Beispielsweise kann der behandelnde Arzt anhand der maximalen Sauerstoffaufnahme, dem Zeitpunkt des Erreichens der anaeroben Schwelle und der größten Ergometerleistung (in Watt) eine mögliche Einschränkung der Herzfunktion erkennen, sie genauer beurteilen und ihren Verlauf in Nachuntersuchungen kontrollieren. Dies ist für Patienten mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), insbesondere vor geplanter Herztransplantation, von großer Wichtigkeit. Da ein  normales Belastungs-EKG ebenfalls Bestandteil der Spiroergometrie ist, kann auch eine Aussage über mögliche  Verengungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit) getroffen werden. Die Spiroergometrie erlaubt darüber hinaus eine Unterscheidung zwischen herzbedingten und lungenbedingten Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. Des Weiteren kann eine ungeklärte Belastungs-Luftnot, abgeklärt werden.

Gibt es Risiken?

Ähnlich wie beim Belastungs-EKG (Ergometrie) kommt es während der Untersuchung in der Regel zu einer Beschleunigung der Atmung. Auch das Auftreten von Herzklopfen ist eine natürliche Folge der körperlichen Belastung.
Gelegentlich kann es zu unregelmäßigen Herzschlägen oder pectanginösen Beschwerden kommen.